Blocklandrundfahrt und Teufelsmoor-Rallye

| Wanderrudern

Drei RaB-Vierer gingen im Bremer Umland auf Wanderfahrt, und gleich fünf Vierer nahmen an der Teufelsmoor-Rallye teil.

Von Helmut Janus, Fotos von Birgit Behrens und Stefanie Böhm

Teufelsmoor und Blockland sind Namen, die auch geographisch Gebildete nicht gleich einordnen können, obwohl das Teufelsmoor zumindest unter Ruderern es durch die alljährliche Rallye zu einer gewissen Berühmtheit gebracht hat. Hamme, Wörpe und Wümme sind Flussnamen, die auch nicht gleich weiterhelfen. Wer hier im Bremer Umland eine Wanderfahrt unternimmt, folgt nicht einfach einem Fluss von Ort A nach Ort B, sondern hier gibt es ein weitverzweigtes Gewässersystem von Flussläufen und Kanälen, die durch Schleusen miteinander verbunden sind und je nach Tide ihren Wasserstand und die Richtung der Strömung ändern. Da ist es ein großes Glück, wenn man mit Heiko Knipp im Verein einen Lotsen besitzt, der aus dieser Gegend stammt und eine wunderschöne Wanderfahrt durch dieses Labyrinth organisiert.

Am 22. April machten sich gleich 17 RaB-Ruderinnen und Ruderer in Richtung Bremen auf. Tidestand und die Sperrung bestimmter Schleusen waren gründlich erforscht, und so entschied sich der Tourleiter für eine Rundfahrt durchs Blockland, die in dieser Form selbst für alte Wanderfahrtshasen  neu und überraschend war. Die Tour begann auf der Wümme, die den nicht nachprüfbaren Ruf genießt, Deutschlands kurvenreichster Fluss zu sein. Angetrieben von der Strömung ging es in hohem Tempo von einer Kurve um die nächste, was den Steuerleuten mehr Kraftanstrengung als den Ruderern abforderte und durch das Halten der Steuerseile auch mehr Blasen verursachte. Auf der Straße hätte das quietschende Reifen und Schräglage bedeutet. Nach einer Schleuse wurde es dann etwas ruhiger, das Gewässer aber auch schmaler. Am Ufer konnte man von feinen Villen bis zu gartenzwergbesetzten Schrebergärten alle Formen menschlichen Lebens am Wasser bewundern. Zwei weitere Schleusen mit Handbetrieb bzw. einer kaputten elektrischen Steuerung forderten das wassertechnische Know-how der Teilnehmer. Am Ende waren alle drei Vierer und zwei Landdienstler wohlbehalten nach 29 Kilometern zurück am Ausgangspunkt.

Die Boote wurden erneut verladen und zum Ruderverein Osterholz-Scharmbeck gefahren, wo nach zwei Jahren Corona-Pause am Sonntag die Teufelsmoor-Rallye stattfand. Dabei geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern ausschließlich um die Zahl der geruderten Kilometer. Hier stießen noch zwei weitere Vierer der RaB-Masters hinzu. Sie hatten am Vortag in Hamburg-Bergedorf an der Dove-Elbe-Rallye teilgenommen, die aber ein echtes Langstreckenrennen über 13 Kilometer ist. Der Männervierer erzielte einen guten zweiten Platz. Die Frauen hatten leider krankheitsbedingt abmelden müssen. Bei der Rallye wurde dieses Jahr ausschließlich auf der Hamme gerudert. Gegen einen strammen Wind ging es flussaufwärts durch eine fast menschenleere Gegend aus Wiesen, kleinen Wäldern und Mooren. Auf der Rückfahrt erlaubte der Schiebewind sogar einige Segeleinlagen. Die fünf RaB-Vierer ruderten jeweils 35 Kilometer, was gegen die Lokalmatadore aus Bremen und Oldenburg den dritten Platz in der Vereinswertung bedeutete. Nach zwei wunderschönen Sonnentagen zog sich der Himmel erst am Nachmittag etwas zu, und es begann zu tröpfeln. Da saßen aber alle Teilnehmer schon bei Würstchen, Kartoffelsalat und einer exzellenten Kuchenauswahl am Bootshaus des RV OSCH und genossen die Gastfreundschaft des gastgebenden Vereins. Hochzufrieden ging es nach zwei ausgefüllten Rudertagen zurück nach Essen.

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