Bundeswettbewerb in Bremen

| Kinderrudern

Drei Kinder stellten sich bei der nationalen Kinderregatta erfolgreich dem Wind des Nordens.

Für den RaB traten Pia Kleine-Möllhoff, Lotte Heseding und Martha Buiting beim Bundeswettbewerb an: Pia und Lotte im Doppelzweier 13/14 Jahre, Martha als Ersatz-Steuerfrau im Mindener Mix Vierer 12/13 Jahre. Urlaubs- und schließlich verletzungsbedingt konnten unsere starken 12/13-jährigen Jungen trotz Qualifikation bedauernswerterweise keinen Vierer mehr stellen.

Die Ruderjugend NRW war mit ihrem 130 Personen großen Team in bester Lage untergebracht: Die Turnhalle lag nur einen Kilometer von der Regattastrecke entfernt und gehörte zur Fußballanlage, auf der auch der allgemeine Sportwettbewerb stattfinden sollte.

Schon auf der Langstrecke am Freitag hatten die Boote mit kräftigem Wind zu kämpfen – und obendrein erwartete sie der Gegenwind auf den zweiten 1500 m, nach der Wende. Lotte und Pia mussten beim Start ein wenig Tempo dem Steuern opfern, da der Wind auch leicht seitlich drückte. Danach kamen sie mit hoher Frequenz sehr gut über die Wellen, sodass ihnen an der Wendeboje beinahe das vorausfahrende Boot im Weg lag.
Nach guter Wende gelang es ihnen leider nicht, dem Gegenwind mit Stabilität zu begegnen. Daher vergingen viel Kampf in beiden Booten und weitere 1000 m bis die Überholung geschafft war.

Für Marthas Team war es ein Rennen zum Vergessen: Der junge Mix Vierer kam nicht in Tritt und Martha hatte große Probleme mit dem Heck-Steuer. Entsprechend tief saß der Frust.

Auf die Ergebnisse mussten alle bis zum Nachmittag warten. Bei der großen Siegerehrung kamen alle Ruderjugenden zusammen und sorgten mit Gesängen und Rufen für eine hervorragende Atmosphäre.

Der Zweier gab NRW Grund zu jubeln: Silber in der Abteilung! Insgesamt verfehlte NRW, dass wie üblich mehr in Einern und Zweiern als in den höher gewerteten Vierern punkten konnte, knapp den Tagessieg und den angestrebten Pokal. Erst später kamen die Gesamtergebnisse und Setzungen für den Finaltag: Der Zweier erreichte mit der neuntbesten Zeit den B-Lauf, während Marthas Team einen Startplatz im C-Lauf erhielt.

Am nächsten Morgen hatten beide Boote ausreichend Zeit um nach einem späten Frühstück eine Runde rudern zu gehen, weil beide Crews erst am Nachmittag zum allgemeinsportlichen Zusatzwettkampf mussten. Bei diesem traten sie in zufälligen Zehner-Riegen aus NRW gegen je fünf andere Riegen an. Insbesondere dieser Programmpunkt half den Kindern, sich untereinander kennenzulernen und als Gesamtteam zusammenzuwachsen.
Sportlich erfolgreich absolvierten die drei Riegen unserer Mädels die Geschicklichkeits- und Kraftübungen, sowie den Wissenstest: Mit dreimal Silber trugen sie zum guten Gesamtergebnis für NRW bei. Jedoch blieb auch diesmal nur Platz zwei für das Team.

Zum Finale über 1000 m hatte der Wind im Vergleich zum Freitag sogar noch zugelegt. Es musste viel gesteuert werden, es wurde oft gekrebst und zu viele Boote erreichten nicht einmal in angemessener Zeit den Startblock. Trotz dieser Widrigkeiten kam Marthas Vierer wesentlich besser zurecht als auf der Langstrecke, setzte sich schnell vom Feld ab und gewann den C-Lauf deutlich. Herzlichen Glückwunsch!

Pia und Lotte litten hingegen zunächst sehr unter dem Wetter: Das Boot musste mehr als gedacht auf dieses eingestellt werden, sodass es beim Ablegen stressig wurde. Diesbezüglich konnten sie schon beim Hochfahren aufatmen, da die Verspätung der Starts zugenommen hatte. Aber dann mussten sie nicht nur auf der voll im Wind stehenden Seite rudern, sondern vernahmen vom Startschiedsrichter weder das Wort „Sofortstart“, noch das Wort „Achtung“. Dementsprechend überrascht waren sie über „Los“. Zumindest waren sie nicht als einzige überrumpelt, mussten aber statt einem saftigen Spurt erstmal die Bahn finden. Sie sortierten sich inmitten des Feldes ein, das von Platz zwei bis fünf sehr eng blieb. Über die Strecke gelang ihnen nun auch das was sie sich seit der Langstrecke vorgenommen hatten besser zu machen: stabil zu bleiben und die Schlaglänge zu nutzen. Mit dieser Basis drehten sie knapp 400 m vor dem Ziel die Schlagzahl mehr auf als jedes andere Boot im Rennen und setzten die Zweitplatzierten unter Druck. Auf den letzten Metern war dann leider der Tank leer, sodass noch ein Luftkasten Länge fehlte. Nichtsdestotrotz ein beeindruckendes Manöver und ein hervorragendes Rennen!

Gesamtrang 9 von 25 Booten in einem sehr guten Feld unter den schweren (und großen) Mädchen ist ein sehr guter Saisonabschluss für Pia und Lotte, der das ganze Trainerteam mit Stolz erfüllt.

Bei der Abschlussehrung wurden noch zwei Pokale vergeben. Und endlich stand NRW ganz oben: Über die 1000 m holte das Team den Tagessieg. In der Gesamtwertung konnte Sachsen-Anhalt nicht mehr eingeholt werden. Also zumindest einen Pokal konnte Moritz Wuerich noch als Landesjugendleiter entgegennehmen. Denn der RaB-ler hatte seinen Rücktritt im Vorfeld angekündigt. Ihm zu Ehren hatte die Ruderjugend eine gebührende Verabschiedung vorbereitet: Zuerst durfte er im doch recht flachen Werdersee baden gehen, um dann durch ein Skullspalier der Kinder zu laufen. Zu guter Letzt bekam er eine NWRJ Tasse und eine große NRW Fahne überreicht, auf der das ganze Team unterschrieben hatte.
Moritz hatte dieses Amt schnell übernommen, nachdem er zum RaB gekommen war. Es dürfte 2016 gewesen sein. Er war mit großen Zielen gestartet (u.a. mehr Einbindung von Jugendlichen in die Ruderjugend, mehr Vernetzung und Fortbildung der Vereinstrainer und NRW-weite Angebote für die Sportler), musste mit dem NWRJ Vorstand zuletzt aber vor allem die Einschränkungen der Corona-Pandemie verwalten. Dabei immerhin herausgekommen sind z.B. der Sommerpreis 2020 (gewonnen vom RaB) und der Talentecup zur Landesmeisterschaft, der dieses Jahr zum dritten Mal stattfinden wird, sich also bewährt hat. Aber auch in Richtung seiner ursprünglichen Agenda konnte Moritz Akzente setzen.

In dieser Saison engagierten sich im Trainerteam: Jarina Oppong, Matthias Wenzel, Hannah Kunze, Larissa Schäfer, Juri Schimmele, Philipp Galland, Annika Reimann und Paul Gutberlet (seit Ostern). Zum Jahreswechsel war Markus Geller aus dem Team ausgeschieden, der dieses seit 2015 geprägt hatte. Danke für Dein langjähriges Engagement, Markus!

Leon Siegel

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