Chirurgenregatta in Berlin

| Mastersrudern

Rudern als Chirurgische Disziplin lautete das Motto der Großen Ruderregatta zum 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in Berlin, die am 6. Mai 2006 zum Abschluss des Kongresses auf der Regattastrecke in Berlin - Grünau stattfand. Es war bereits die 8. Regatta zum Kongressabschluss. Der Chirurgenkongress findet im jährlichen Wechsel . . .

Regattabericht vom 06. März 2006

Essener Ärzteteam knapp geschlagen

Rudern als Chirurgische Disziplin lautete das Motto der Großen Ruderregatta zum 123. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in Berlin, die am 6. Mai 2006 zum Abschluss des Kongresses auf der Regattastrecke in Berlin - Grünau stattfand. Es war bereits die 8. Regatta zum Kongressabschluss. Der Chirurgenkongress findet im jährlichen Wechsel entweder in Berlin oder in München statt. 2005 hatte in München statt einer Ruderregatta ein Fußballturnier stattgefunden, was von den rudernden Chirurgen sehr bedauert wurde. Stattdessen wurde das Achterrennen dann in Ratzeburg im Rahmen der internationalen Regatta ausgetragen.

33 Boote aus chirurgischen Kliniken in ganz Deutschland gingen in C- Gig - Vierern und C - Gig - Achtern in die Rennen. Startberechtigt waren ausschließlich ärztliche Mitarbeiter(innen) chirurgischer Kliniken oder Institute, ausgenommen Steuerfrau/ -mann. Reine Chirurginnen - Mannschaften starteten in Skull - Vierern, die Chirurgen in Riemenbooten.

Dass diese Regelung ihre besondere Bedeutung hat, haben wir insbesondere bei unserer Ärzte-Crew vom Ruderklub am Baldeneysee erkannt, kämpften diese doch regelmäßig mit den enormen Schwierigkeiten bei ihren zeitraubenden Dienstplänen, überhaupt ein gemeinsames Training zustande zu bringen. Dass dies mit hohem Einsatz und Improvisationstalent erst möglich war (einige Ärzte kamen zum Teil direkt aus dem OP zum Training und waren noch entsprechend gekleidet!), zollte auch den "gewöhnlichen" Ruderer und Ruderinnen Respekt ab.

Bei schönem Wetter und für Grünau günstigen Wind- und Wellenverhältnissen gingen die Chirurgen mit bester Laune an den Start.

Prominentester Teilnehmer war Olympiasieger Thomas Lange, der für das vom Universitätsklinikum Schleswig - Holstein im Vierer und im Achter an den Start ging. Im Gig - Vierer mit Steuermann war er mit seinen Mannschaftskameraden Frank Siemers, Jörn Lohmeyer, Stefan Söllner und dem Steuermann Stefan Zimmermann nicht zu schlagen. Den 2. Platz belegte die Uniklinik Schleswig - Holstein vor der Uniklinik Rostock.

Sabine Amort, Angela Michelsen, Julia Thee, Petra Heyer und Steuerfrau Sabine Köppe von den Universitätskliniken Schleswig - Holstein waren im Frauen - Gig - Doppelvierer vor der Uniklinik Göttingen und den Unikliniken Gießen und Marburg GmbH.

Ein spannendes Rennen im Achter lieferten sich die TU München und die Uniklinik Essen. Über den Sieg durfte sich die Mannschaft der TU München mit Jörg Theisen, Klaus Wagner, Alexander Rauch, Matthias Raggt, Dirk Wilhelm, Ingo Banke, Michael Tauber und Holger Bartels freuen. Steuerfrau Kerstin Mainzer ging dann auch traditionsgemäß baden. Den 3. Platz erruderte sich das Universitätsklinikum Schleswig -Holstein.

Die Essener Mannschaft der Uniklinik bestand aus:

Prof. Dr. Steffen Ruchholtz (Ltd. OA der Unfallchirurgie)

PD Dr. Sascha Flohe (OA der Unfallchirurgie)

PD Dr. Georg Taeger (OA der Unfallchirurgie)

Dr. Sven Lendemans (Assistenzarzt der Unfallchirurgie)

Dr. Marc Fischbacher (Assistenzarzt der Unfallchirurgie)

Dr. Christian Buschmanns (Assistenzarzt der Unfallchirurgie)

Dr. Daniel Schmitz (Assistenzarzt der Unfallchirurgie)

Dr. Ralph Zettl (OA der Unfallchirurgie)

Steuermann: Dr. Christian Kühne (Assitenzartzt der Unfallchirurgie),

allesamt Mitglieder des RaB und immerhin die Hälfte der ärztlichen Belegschaft der Abteilung für Unfallchirurgie des Uniklinikums Essen! Eine solche lückenlose Berufsauflistung war bezüglich des Münchener Bootes leider nicht verfügbar.

Nach merklichen technischen Verbesserungen, die unser Ärzteteam dem Training mit dem Vorstand des RaB verdankten, sind sie frohen Mutes nach Berlin gereist. Alle waren wirklich gut in Form!

Bei besten äußeren Bedingungen ( Sonne und für Berlin-Grünau wenig Wind und gutes Wasser) fand das Vorrennen am Samstag um 11:30 Uhr statt. Die Gegner im Vorlauf 1 waren "Technische Universität München", "Klinikum Universität München-Großhadern" und "Universitätsklinkum Mannheim". Trotz leichtem Rückstand nach den ersten Schlägen konnten wir dank des langen Schlages (den ihnen Manfred "Fattter" Laeseberg eingehämmert hat) den Lauf mit mindestens zwei Längen souverän nach Hause fahren.

Die TU München scheint da eher ein kontrolliertes Rennen gefahren zu haben, da sie sich mit dem zweiten Rang deutlich abgeschlagen begnügt haben. Das zweite Vorrennen hat der "Angstgegner" Schleswig-Holstein souverän gewonnen.

Das große Finale im Achter wurde dann von folgenden Mannschaften bestritten: Technische Universität München, Universitätsklinikum Essen (Sieger von 2005), Universitätsklinikum Schleswig Holstein, Klinikum Universität München Großhadern, Universitätsklinikum Dresden und DRK Kliniken Köpenick In dieser Reihenfolge erfolgte dann auch der Zieleinlauf.

Am Start zunächst wieder ein kleiner Rückstand (an dieser Schwäche muss noch gearbeitet werden!), den die Essener aber bis zur 500 Meter Markierung einholen konnten. Das Rennen fand allerdings nur zwischen UK Essen und TU München vorne statt. Trotz zweifachen "Dicken Zwanzigern", wie sie mit "Fattter" auf den letzten 500 Metern trainiert hatten, konnten sie sich von den Münchnern nicht lösen. Beim Zieleinlauf war dann die TU um 44 Hundertstel vorne!

Es war ein wirklich sportliches Finale und die Ruderer des Uniklinikums konnten stolz feststellen, dass sie sich wacker geschlagen und ihr Bestes gegeben haben. Es war kein technisches Problem, die Kondition hat auch gestimmt, aber die TU war einfach einen Tick schneller!

Die Zeiten der ersten drei:

TU München mit 03:22,91

Uni Essen mit 03:23,35

Uni Schleswig-Holstein mit 03:46,70

(die haben vorher das Vierer-Finale gefahren und wie immer gewonnen.)

Das Ärzteteam bedankte sich noch einmal herzlich bei allen im RaB, die sie so tatkräftig unterstützt haben. Es freute sie ganz besonders, dass die Motivation zum Training nochmals zugenommen hat und sie somit nicht nur einige neue Mitglieder in den RaB einbringen, sondern auch neue Trainingspartner und Ruderfreunde aus dem Club gewinnen konnten.

Der beste Beweis ist, dass doch Einige von ihnen sich jetzt auch mit dem Skullen anfreunden konnten.

Das nächste Chirurgenrennen wird 2007 aller Voraussicht nach im Rahmen der Hügelregatta auf dem Baldeneysee stattfinden. Bis dahin wird eifrig weitertrainiert, die Technik verbessert und hoffentlich auch noch das eine oder andere Rennen gefahren.

 

 

 

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