Head of the River Amstel – Saisonauftakt der Masters

| Mastersrudern

Eine Renngemeinschaft mit RaB-Beteiligung ruderte am 19. März in Amsterdam

Von Helmut Janus

Das „Head of the Amstel“ ist eine traditionelle Langstreckenregatta über 8 Kilometer vom Ort Ouderkerk bis hinein ins Stadtzentrum von Amsterdam. Dieses Jahr hatten zwei Achter mit RaB-Beteiligung gemeldet. Leider musste eine reine RaB-Mannschaft aufgrund von Verletzungs- und Krankheitspech kurzfristig abmelden. So blieb der „Ruhrachter“ übrig, eine Renngemeinschaft mit Ruderern aus Bochum und Witten sowie den RaB-Teilnehmern Helmut Janus, Stephan von Petersdorff und Günter Saul, der für seinen Heimatverein Blankenstein startete.

Mit dem 12. Platz von 33 Booten in der Altersklasse Mindestdurchschnittsalter 60 konnte das Team durchaus zufrieden sein. Wichtiger aber war das Erlebnis dieser außergewöhnlichen Regatta. Entlang der Strecke liegen rund ein Dutzend Ruderclubs mit klangvollen Namen wie Willem III, Proteus Eretes, Skøll, Nereus, Poseidon, De Hoop usw. Überall herrschten Hochbetrieb und eine Bombenstimmung, was auch an der herrlichen Frühlingssonne lag. Am ersten Regattatag gingen 130 Achter und 70 Vierer auf die Strecke. Unser Standquartier war der Club Willem III, der rund zwei Kilometer vom Ziel entfernt liegt. Die Organisation funktionierte perfekt. Die sechs Kilometer Anfahrt zum Start ging durch eine holländische Bilderbuchlandschaft mit Windmühlen, Herrenhäusern, unzähligen Radfahrern auf den Uferwegen bis hin zum malerischen Ouderkerk. Dort sammelten sich die Boote hinter der Startlinie nach ihren Nummern und wurden dann in kurzen Abständen über die Startlinie geschickt. So begann gleich nach dem Start ein harter Kampf um die Plätze. Im Laufe des Rennens konnten wir drei vor uns gestartete Achter überholen, mussten aber auch ein Boot vorbeilassen. Mit dem 85jährigen Wulf Schmiedeknecht zog ein Routinier an den Steuerseilen, ein jahrzehntelanger Ruderer, Steuermann, Trainer und Vereinsvorsitzender des RV Bochum. Ein dem Verfasser dieser Zeilen bisher noch unbekanntes Problem verlangte ihm alles ab. Der vom RC Witten zur Verfügung gestellte erstklassige Empacher-Achter verfügt nur über ein winziges Steuer, das für leichte Korrekturen auf einer 2000-Meter-Strecke geeignet sein mag, nicht aber für eine kurvige Langstrecke auf einem Fluss. So musste in jeder der vielen Kurven die eine Seite heftig überziehen und die andere Seite den Druck rausnehmen. Jedenfalls haben wir alle Brückendurchfahrten und Überholmanöver gemeistert.

Auf dem letzten Kilometer ging es hinein in die Innenstadt. Zum Schluss ging die Schlagzahl auf über 30, bis endlich die erlösende Hupe ertönte. Erst jetzt bekam man langsam einen Blick für die beeindruckende Umgebung mit prächtigen Gebäuden am Ufer, Bogenbrücken und jeder Menge Schlachtenbummlern oder einfach nur Menschen, die die Sonne genossen, an den Ufern. Zurück ging es vorbei an den Rudervereinen Nereus und De Hoop, überall Massen von Booten, Ruderinnen und Ruderern. An diesem schönen Sonnentag hat sich Amsterdam von seiner besten Seite gezeigt. Besonders beeindruckt hat uns, wie viele Menschen hier rudern und wie viele Achtermannschaften – Jugendliche, Senioren und Masters, Frauen und Männer – die Vereine aufs Wasser bringen.

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