Olympia: Der RaB empfängt seinen Jakob Schneider

Nach dem Gewinn der Silbermedaille in Tokio mit dem Deutschlandachter kehrt Jakob Schneider in seinen Ruderklub am Baldeneysee zurück.

Der Ruderklub am Baldeneysee feierte am 8. August 2021 den mehrfachen Welt- und Europameister und frischgebackene Silbermedaillengewinner von Tokio im Deutschlandachter. Die Begrüßung fand gleich zweimal statt: für die Essener BürgerInnen mit einem großen Empfang am Rüttenscheider Stern und für den Verein im Klubhaus am Baldeneysee.

Mit dem Veranstaltungsort Rüttenscheid verbindet der RaB seine Verbundenheit zu Tadashi Nakamura, einen Freund und Förderer des Rudersports, der den Essener Bürgerinnen und Bürgern wohl eher bekannt ist als der „Vater der Kirschblüte“, der nach der Neugestaltung der Rüttenscheider Straße in einer noblen Geste 500 japanische Kirschbäume gestiftet hatte. Außerdem schließt sich hier ein Kreis, denn im Sport- und Tanzinternat Rosastraße begann die außergewöhnliche sportliche Karriere von Jakob Schneider.

Die Veranstaltung moderierte Thomas Rüth, sowohl bestens bekannter als auch erfolgreicher Ruderer und Trainer des RaB. Ihm zur Seite stand auf der Lastwagenbühne Ansgar Wessling, der mehrfache Ruderweltmeister und Goldmedaillengewinner der olympischen Spiele von 1988 in Seoul. Aus erster Hand informierte Jakob Schneider über Olympia 2020, das ja coronabedingt erst in 2021 und unter besonderen Rahmenbedingungen stattfand, Horst Melzer vom Sport- und Tanzinternat wusste nur Gutes über Jakobs Zeit im Internat zu und Kathrin Seegers vom Essener Ruder Regatta Verein würdigte seine Verdienste um den Rudersport.

Ansgar Wessling machte deutlich, dass selbst die Spitzensportler des Deutschlandachters unter Amateurbedingungen ihr hartes Training absolvieren und daher ungleiche Rahmenbedingungen zu anderen nationalen Teams bestehen. Mit dem Hintergrund kann man die gewonnene Silbermedaille eigentlich gar nicht genug wertschätzen. Ein besonderer Dank ging an Dr. Rolf Krane von der Interessengemeinschaft Rüttenscheid, der zum Gelingen an der Rü maßgeblich beigetragen hat.

In einer Autokolonne ging es dann weiter zum RaB, wo die Feier im engeren Kreis fortgesetzt wurde. Sie wurde angeführt von Ansgar Wessling, der Jakob Schneider in seinem Cabriolet chauffierte, ein Fahrzeug, dass er in 1988, unmittelbar nach seinem Olympiasieg erwarb. Mit lautem Hupkonzert, Konfettiregen und einem riesigen Jubel wurde Jakob von seinem Ruderklub am Baldeneysee begrüßt.

Nach Presseinterviews startete die Feier und Ehrung im großen Saal. Trotz Pandemie, GGG-Bedingungen und Urlaubszeit waren mehr als 200 Gäste erschienen, von der Stadt Essen, dem DRV, NWRV, ERRV, dem See- und Kanalmanagement und natürlich vom RaB.

Der Oberbürgermeister der Stadt Essen, Thomas Kufen, ehrte Jakob Schneider als erster Redner und betonte, dass sich Leistungs- und Spitzensport und der Breitensport gegenseitig ergänzen und fördern. „Die Politik, die Stadt Essen, die Verbände und Vereine haben die Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen sportliche Erfolge erst möglich werden. Da wurde viel geleistet, aber da ist auch noch Luft nach oben.“ Erheitert entrüstet zeigte er sich über einen geschenkten Trainingspulli im XXL-Format. Humorig machte er klar, dass er aus der S-Größe herausgewachsen sei, aber XXL dann doch schon sehr viel Reserve hätte.

Thomas Rüth lud im Anschluss mit Ansgar Wessling (Goldmedaille 1988), Uli Viefers (Silbermedaille 1996), Filip Adamski (Goldmedaille 2012) ehemalige Olympiateilnehmer auf die Bühne. Zusammen mit Jakob als aktuellem Olympiateilnehmer stellten sich die hochgewachsenen Recken einer hochklassigen Talkrunde zum Thema Rudern, gaben ihre Eindrücke von Olympia zum Besten und kommentierten das ausgestrahlte Achterfinale von Tokio.

Zu guter Letzt überraschte Heike Kolb mit einem riesigen Olympiakuchen, der zusammen mit belegten Brötchen eine gute Grundlage für das anschließende Freibier war. Gefeiert wurde Jakob noch bis zum frühen Abend, alte Freundschaften wurden wiederbelebt und gemeinsame Rudertreffen vereinbart. Nach den langen Entbehrungen durch Corona tat es wieder einmal wieder so richtig gut, sich in dem großen Kreis mit Kindern, Jugendlichen, Leistungssportlern und den Breitensportlern zu treffen.

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(ab Min 6:40)

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